Waiheke at it‘s best und eine Metropole zur See

Tage an denen man sein zu Hause verlässt, um weiter zu reisen, bedeuten für mich vor allen Dingen Sachen von A nach B, B nach A und von Q nach G zu räumen. In anderen Worten, es dauert. Auch wenn ich Vorfeld Packwürfel besorgt habe, ändert das nichts daran, dass ich zusätzliche Kleidung gekauft habe und die sich nicht recht ins Gepäck-Gesamtkonzept einfügen wollen. Besonders zwei Paar Wanderschuhe sind eine Herausforderung. Ich will gleich so packen, dass ich am Sonntag, nicht mehr viel Arbeit damit habe, wenn es weiter nach Wellington geht. Soweit der Plan.

Neben dem Tasche-packen, gilt es ein paar organisatorische Dinge zu regeln: z. B. meine Ausgaben bei der Airline einreichen. Vieles ist digitalisiert, was es schwierig macht, wenn die vorgegebenen Fälle nicht zu 100% auf einen zutreffen. Wenn man mühsam alles eingetippt und hochgeladen hat, folgt am Ende, die nicht so digitale Nachricht, dass nun alles geprüft, und mir ein Scheck mit der Post geschickt wird. Das fühlt sich nach Steinzeit an. Zumal die Gebühren für die Einlösung hoch sind und ich dafür ein paar Hundert Kilometer zur Einlösung fahren müsste. Im Anschluss habe ich Zeit damit verbracht das richtige Formular zu finden, um mitzuteilen, dass ich keinen Scheck will. Ich bin gespannt, was am Ende dabei rauskommt.

Schnell was frühstücken, um die Reste aus dem Kühlschrank zu vertilgen und, samt Gepäck, in Richtung Innenstadt aufbrechen (dieses Mal hat der Bus auch angehalten). Ein letztes Mal die grandiose Aussicht auf die Skyline von Auckland genießen. Am Nachmittag geht es weiter mit der Fähre nach Waiheke Island – ein weiteres Juwel vor den Türen von Auckland. Bis es am Sonntag nach Wellington geht, heißt es Sonne tanken. Es gibt in der Nähe des Fähranlegers eine tolle Bäckerei, die tatsächlich Sauerteigbrot backt. Yummy.

Am Fährterminal fallen erstmal zwei Dinge mehr als unangenehm auf. Es haben in der Zwischenzeit zwei riesige Pötte dort angelegt. Und damit meine ich nicht so Minischiffchen, wie die Aida. Das sind Großstädte auf dem Wasser. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben…

größer geht immer

Nachdem die Fähre am Hafen abgelegt hat, geht es nach einem kurzen Stopp im ältesten Stadtteil Aucklands, gemächlich nach Waiheke. Die Insel begrüßt einen mit herrlichem Wetter.

Die Unterkunft kann sich sehen lassen. Von beiden Seiten aus Meerblick.

Abends gab es einen sehr leckeren Burger vom Grill und einen tollen Sonnenuntergang am Strand.

Abgesehen davon hat mich der Sternenhimmel hier wieder stark fasziniert. Ich bin sicher, ich kann noch ein paar Einstellungen verbessern, aber das ist auch so schon extrem toll.

Kurze Belichtungszeit
längere Belichtungszeit

Der Plan für Morgen sieht die Erkundung von Waiheke vor. Das Wetter wird fantastisch, also gibt es viele tolle Fotos.

Ein Freiwilligen-Projekt und zirkadiane Desynchronisation

Ich bin ein bisschen im Hintertreffen, um über den gestrigen Tag zu berichten.

Tiritiri Matangi hat abgeliefert. Ein besonderes Juwel unter den vielen wundervollen Inselchen im Hauraki Gulf.

Der Tag startete recht früh, da ich gerade eine Weiterbildung mache und es dort wöchentlich festgelegte Zeiten gibt. Im Anschluss hieß es Lunchpaket zusammen stellen, Rucksack packen, eincremen (ganz wichtig hier) und ab zum Bus, damit ich rechtzeitig am Anleger bin. Wie in einigen anderen Ländern im Commonwealth ist es wichtig dem Busfahrer zu signalisieren, dass man mitfahren möchte. Sonst fährt er vorbei – egal ob Leute an der Haltestelle sind, oder nicht. Also stehe ich da und winke brav, damit ich pünktlich bin. Leider hat der Fahrer dies übersehen. Einige Passagiere im Bus haben noch versucht Ihn aufmerksam zu machen, was jedoch nicht den gewünschten Effekt hatte. Kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich mir ein Uber bestellen soll, damit ich es rechtzeitig schaffe. Das hab ich allerdings gelassen, weil die App von Auckland Transport hier direkt Abhilfe schaffen konnte. Ein paar Blocks weiter fuhr ein anderer Bus, sodass ich es rechtzeitig geschafft habe.

Nach einem kurzen Checkin saß ich auf dem Boot und hab mich ordentlich eingemummelt, weil es morgens nicht nach blauem Himmel aussah. Wie wir alle wissen, ist eine Bootsfahrt windig – besonders, wenn man oben sitzen will.

Nach einem Stopp in Gulf Harbour, wo wir eine Schulklasse eingesammelt haben, waren wir recht zügig am Anleger, wo wir von einer Rangerin erwartet wurden. Ich hatte mich übrigens für meine „alten“ Wanderschuhe entschieden. Ich glaube, am Ende wäre das egal gewesen, weil Schuhwerk jeglicher Art schmerzhaft ist. 😬

Weil auch hier alles Eingeschleppte nicht erwünscht ist und es vor allen Dingen notwendig ist, alles Mitgebrachte mit nach mitzunehmen, gab es eine Einweisung der Rangerin. In Kleingruppen aufgeteilt sind wir fachkundig losgezogen, um möglichst viele Vögel zu entdecken und zu „erhören“. Nebenbei wurden wir mit allerlei Infos dazu versorgt, wie es dazu kam, dass die Insel renaturiert wurde. Zunächst gab es reines Farmland, welches größtenteils aus Grasflächen bestand. Die genaue Geschichte kann ich nicht mehr wiedergeben, aber in den 80zigern sind haufenweise Freiwillige einmarschiert, die allerlei Pflanzen gesetzt haben. Und Schwupp ist die Insel wieder grün.

Es ist schwierig Vögel (ganz besonders Kleine) zu fotografieren. Deswegen sind die Fotos nicht immer scharf. 😅 Darüber hinaus ist es sehr gut möglich, dass die Namen nicht stimmen. Das möge man mir nachsehen.

North Island Sattleback
North Island Robin
Eastern Rosella
Südinseltakahe (galt als ausgestorben)

Nach einem sehr schönen Tag hat das Boot uns wieder eingesammelt.

Auf dem Rückweg wurde ich plötzlich von einer Müdigkeit überfallen, die ziemlich krass war. Ich bin sehr oft eingeschlafen und die Tour zu den Westcoast Beaches habe ich kurzerhand abgesagt. Es war schon anstrengend genug nach Hause zu fahren. Zu Hause angekommen, hab ich noch schnell was gegessen und bin erneut auf der Couch eingepennt. Ich hab nachgelesen – nach vier Tagen kann einen noch mal ein Jetlag einholen. Weil das Gehirn zwar weiß, wo man ist, aber die restlichen Organe nicht. Das nennt sich zirkadiane Desynchronisation. Natürlich bin ich keine Ärztin. Nach einem laaaangen Schlaf bin ich wieder oben auf.

Morgen geht es nach Waiheke Island.

Blasen aller Art, ein Wiedersehen und eine aufrichtige Entschuldigung

Keine Ahnung, was das soll. Meine Füße sind sauer mit mir. Weder habe ich neue Schuhe, noch sonst was. Aucklands Straßen und Wege sind zu hart für meine Füße. Blasenpflaster kann ich gar nicht schnell genug nachkleben, wie neue Blasen auftreten. Ich weigere mich allerdings deswegen nur rumzusitzen. Dafür bin ich nicht hier.

Den Tag habe ich mit einer Wanderung durch neuseeländischen Busch begonnen. Ich bin den Brian Norton Track gelaufen. Ein Stück Wildnis, die direkt an ein Wohngebiet grenzt. Dabei darf ich als Touri Herrn Norton mehr als dankbar sein. Er hat sich dafür eingesetzt, dass dieser Teil des Buschlandes erhalten bleibt und nicht weiteren Wohngebieten zum Opfer fällt. Danke an dieser Stelle.

Im Vorfeld hatte ich schon gehört, dass es stark bergauf und bergab geht. Das kann ich bestätigen. Trotzdem eine lohnenswerte Wanderung.

Nach einem kleinen Pitstop mit Duschen und Mittagessen ging es nachmittags nach Takapuna zum Strand. Nicht bevor ich bei Kathmandu shoppen war. Wie erwähnt setze ich keinen Fuß auf Kititiri Matangi, ohne entsprechende Schuhe. Also hab ich kurzerhand neue Wanderschuhe mit Socken gekauft, einen Hut in meiner Lieblingsfarbe rosa (gab keine andere Farbe) und noch ein paar kleine Dinge.

Aussicht auf Rangitoto Island

Ich bin gefühlt nur ein paar Minuten am Strand, da klingelt mein Telefon. Es ist der erlösende Anruf vom Flughafen. Ich soll heute noch mein Gepäck bekommen. Also schnell wieder umdrehen, um den nächsten Bus nach Hause zu nehmen. Letztlich geliefert wurde mein Gepäck mit der Post. Wir sind nun wieder alle vereint und jetzt hab ich halt zwei paar Wanderschuhe. Die nächste Handlung wird es sein, mir meine Auslagen von der Airline erstatten zu lassen.

Als Schlusssteins dieses Beitrages die angekündigte Entschuldigung. Zum Start meiner Berufskarriere habe ich Neuseeland-Reisen verkauft. Im Grunde muss ich mich bei allen damaligen Kunden und Auckland selbst entschuldigen. Die hab ich schlecht beraten. 😬 Zwar bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Queenstreet nicht der Knaller ist, aber außer der Empfehlung, dass man ja mal nach Waiheke oder Rangitoto Island fahren könnte, war Auckland damit größtenteils abgeschrieben. Die Stadt ist Jahr für Jahr zurecht auf den vorderen Plätzen, wenn es um die lebenswertesten Städte der Welt geht. Ich bin nun schon seit ein paar Tagen hier und ich kann nicht nicht über mangelnde Vielfalt beklagen, weil es hier halt alles in unmittelbarer Nähe gibt. Da bleibt fast kein Wunsch offen. Und vom ÖPNV hatte ich schon geschwärmt. Amen.

Für den morgigen Ausflug habe ich nun die Wahl in welchen Wanderschuhen ich mir zusätzliche Blasen laufe.

Rubrik Organisatorisches

Wie angekündigt, war der gestrige Tag von Organisatorischem geprägt. Ein paar kleinere Reisepunkte sind nun fix. Daher wird das eine kurze Zwischenmeldung.

Morgen breche ich nach Tiritiri Matangi auf und dann geht es abends vielleicht noch an die Westcoast Beaches.

Von Freitag bis Sonntag bin ich auf Waiheke Island.

Am Sonntag breche ich nach Wellington auf.

Ich habe gestern 3:24 in der Warteschleife vom Flughafen verbracht – ohne Erfolg. Immerhin – die haben für diese Zeit ausreichend unterschiedliche Musiktitel. Im Anschluss habe ich eine Mail geschrieben. Die ist abends tatsächlich beantwortet worden. Gestern hat mein Gepäck Neuseeland erreicht. Allerdings durfte es nicht einreisen. Es muss noch durch die „Biosecurity“. Da kennen die Kiwis kein Pardon. Wann mich meinen Rucksack konkret in Empfang nehmen kann, weiß ich trotzdem nicht.

Was ich schmerzlich aus meinem Gepäck vermisse – Blasenpflaster, obwohl ich hier mit allem versorgt werde, was mir fehlt. Und meine Wanderschuhe. Ohne die, will ich Morgen eigentlich nicht nach Tiritiri Matangi aufbrechen.

Es ist erstaunlich mit wie wenig ich auskomme. Vielleicht packe ich für die nächste Fernreise gleich nur fürs Handgepäck. Dann geht auch nichts verloren. 😜

Ansonsten hab ich gestern meine Blasenkollektion an den Füßen erweitert und hatte den Luxus eine Fähre für mich alleine zu haben.

Eine Beobachtung, die ich richtig cool finde. ÖPNV ist hier so viel einfacher. Du fährst mit der Fähre und hältst einfach deine Karte vor dem Einsteigen an ein Terminal und checkst nach Ankunft genau so aus. Kein Mensch fragt dich nach deinem Ticket. Gleiches gilt auch für den Bus. Es braucht dafür keine App und kein Benutzerkonto.

Von Astronauten, verschollenen Containern und anderen Ereignissen

Einige wussten, was ich vorhabe, Andere nicht. Ich selbst weiß es seit knapp zwei Wochen. Auch wenn ich selbstverständlich länger drüber nachgedacht habe, dass ich eine Reise machen wollte, wusste ich nicht, dass ich es auch tue. Eine so kurzfristige Fernreise, ist die erste dieser Art für mich. Viele haben letztlich dazu beigetragen, dass es wirklich dazu gekommen ist.

Erstmal fange ich vorne an, bzw. mit den Fakten. Mein aufgegebenes Reisegepäck wiegt 9,5 Kilogramm. Bin drei Wochen am anderen Ende der Welt in meinem Lieblingsreiseland unterwegs. Ich habe vor Ort faktisch nichts gebucht, sodass ich zu meiner Route aktuell nicht viel sagen kann. Lassen wir uns gemeinsam überraschen. 

Die Anreise zum Flughafen hielt die ersten (erwartbaren) Überraschungen bereit. Laut Verbindung dauerte die Strecke 45 Minuten mit 1x umsteigen am Frankfurter Hbf. Ich habe knapp 2 Stunden benötigt. Ich hatte nicht auf dem Schirm, dass Friedberg so viele Eintracht Fans hat und erst recht nicht, dass es einige Karnevalisten gibt, die mit der Bahn zum Feiern fahren. Mein Kostümfavorit: Astronaut. Zufällig hält die S-Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof auch am Stadion und da dachte ich, dass lasse ich und buche einfach ein zusätzliches ICE Ticket vom Hbf zum Fughafen. Ich muss mich nicht mit mit dem Gepäck in diese Sardinenbüchse quetschen. Gesagt, getan. Im ICE war es herrlich leer. Die Grundidee war gut, jedoch… Fünf Minuten nach der geplanten Abfahrtszeit stehen wir weiter am Gleis und es kommt die Durchsage, dass es aktuell keinen Triebfahrzeugführer gibt und er allen für den Flughafen rät, die nächste S-Bahn zu nehmen. Dann halt doch, denke ich mir. Hatte ich vom Eintracht Spiel erzählt? Die war so voll, wie ich es erwartet hatte. Da hätte kein Blatt mehr reingepasst. Ausdünstete Körper- und Mundgerüche plus tropische Temperaturen inklusive. 

Am Flughafen angekommen, verlief alles recht ereignislos. Gepäck aufgeben und die lange Strecke zum Gate zurücklegen. Kurz vor dem Abflug noch die Kompressionsstrümpfe einbeinig anziehen und ab in den Flieger. Das Boarding dauerte allerdings über eine Stunde, da spontan noch irgendwas an der Maschine repariert wurde. Die ersten 11 Stunden gingen ganz gut vorbei. Geschlafen habe ich freilich nicht. Ich habe mir diverse Podcasts runtergeladen, die ich 11 Stunden lang gehört habe. 

Da die Maschine bereits verspätet gestartet ist, war ich mir unsicher, ob das alles mit Gepäck annehmen und Gepäck wieder aufgeben in San Francisco klappen würde. Hat es, dachte ich.

Der nächste Flug von San Francisco nach Auckland zog sich wie Kaugummi. Nicht geschlafen und ständig frierend habe ich mich tapfer durchgeschlagen, wohl wissend, wo ich am Ende aussteige. 

In Neuseeland selbst, wollte ich eben noch mein Gepäck einsammeln, um Sabrina zu Ihrem runden Geburtstag zu überraschen, in dem ich „einfach“ zur Tür rein komme. Der Plan wurde durch äußere Einflüsse verzögert.

Am Gepäckband wurden die Koffer immer weniger, doch die Anzahl an wartenden Menschen nicht. In der App hieß es, dass sich mein Gepäckstück „im Transit“ befindet. In der langen Schlange lernte ich schnell Gleichgesinnte kennen. Und die Schlange wurde länger und länger. Zuerst hatte man uns gesagt, dass wir warten sollen, weil die Mitarbeitenden des Flughafens versuchen wollten herauszufinden, wo der komplette Container mit dem Gepäck ist. Es war unklar, ob das ganze in San Francisco war, wir – aus Versehen – was über dem Meer verloren haben, oder er in Auckland direkt nach dem Start „verloren“ gegangen ist. Alles valide Theorien. Nach etwa einer halben Stunde wurden wir aufgefordert ein Formular auszufüllen und konnten die weiteren Einreiseformalitäten regeln um tatsächlich einzureisen.

Da stand ich: eingereist und mit der Gesamtsituation überfordert, weil ich natürlich keine Ersatzwäsche im Handgepäck hatte. Von einem Adapter zum Laden diverser Endgeräte mal abgesehen. Ich dachte, eins nach dem Anderen. Erstmal hab ich mich von den Kompressionsstrümpfen befreit und beschlossen in meinem Aufzug nicht mit dem Bus in die Stadt zu fahren, sondern mir ein Uber zu buchen. Was auch nur so halb geklappt hat. 

Irgendwann bin ich an meinem Ziel angekommen und Sabrinas Gesichtsausdruck war entsprechend. Überraschung gelungen. Im Vorfeld war ich investigativ tätig, weil dieses „einfach zur Tür reinkommen“ koordiniert werden wollte. Sie ist gerade auf einem Forschungsaufenthalt, zusammen mit einer Kollegin. 

Ich wurde rudimentär mit ein bisschen Kleidung ausgestattet und war erstmal duschen. Witzigerweise mit einem T-Shirt der Hochschule, an der ich studiert habe. Es gab erstmal ein Stück Geburtstagskuchen und im Anschluss war die Aufgabe neue Kleidung zu besorgen. In einem Second-Hand Laden habe ich schnell eine Hose gefunden. 

Mit der Fähre auf dem Weg in die City

Wir sind nachmittags zusammen in Richtung Innenstadt aufgebrochen, wo ich ein paar neue Schlüpper und zumindest zwei T-Shirts ergattern konnte. Damit sollte ich zurechtkommen, bis mein Gepäck wieder auftaucht, hoffe ich. Wir sind zu Fuß bis nach Ponsonby gelaufen und waren dort abends Essen (koreanische Tapas). Ich hab tapfer bis durchgehalten und heute steht unter dem Stern Organisatorisches. Ich muss mir ein paar Gedanken um die weitere Reiseplanung machen und Blog schreiben kostet auch Zeit. Da muss ich mich wieder „reinfinden“. Soweit die ersten Erkenntnisse von anderen Ende der Welt. 

Blick vom Fähranleger Birkenhead

Gesamtfazit

Mit leichter Verspätung reiche ich unser Gesamtfazit ein. Die Heimreise war teilweise zäh und wir sind beide keine Fans von Turkish Airlines oder dem Istanbuler Flughafen. Es lässt sich nur schwer nachvollziehen, warum Turkish Airlines regelmäßig Preise abräumt. Bei unseren vier Flügen haben sie jedenfalls nicht abgeliefert. Vom Essen wollen wir gar nicht sprechen. Genau belegen kann ich es nicht und vermute trotzdem, dass wir auf allen Strecken die Einzigen vegetarischen Essen im Flieger hatten. Mein absolutes Highlight waren die Dosenpilze im Essen.

Eine Studienreise zu unternehmen war eine neue Erfahrung. Sonst reist man ja eher selbstorganisiert. Hier mussten wir uns um gar nichts kümmern. Das ist eine empfehlenswerte Reiseform. Wir haben uns richtig was gegönnt und hatten unseren privaten Reiseleiter. Zwischendurch sind uns ein paar deutsche Reisegruppen begegnet. Da lag die Gruppengröße zwischen acht und geschätzt etwas mehr als 25 Personen. Ich bin in Nachgang sehr zufrieden, dass wir nicht in einer Gruppe gereist sind. Wir konnten stets individuelle Fragen stellen und es war möglich auf unsere Bedürfnisse einzugehen (#nichtsovielessenohnefleisch). Das wird schwieriger je mehr Leute unterwegs sind. Auf der anderen Seite ist es immer notwendig aufzupassen. Es fehlen einfach die Leute mal eben nicht aufzupassen.

Apropos zäh. Für mich stand noch eine etwa sechsstündige Heimreise mit dem Auto auf dem Programm. Die hat sich auch gezogen wie Kaugummi. Das war so anstrengend, dass ich zu Hause angekommen gleich ins Bett gefallen bin. In Usbekistan hab ich noch gedacht, dass ich gar nicht mehr weiß, was Regen ist. Auf der Heimfahrt hatte ich etwa 4 Stunden Zeit mich wieder daran zu gewöhnen. Es hat, ohne Unterlass, geschüttet. Unser Fazit haben wir in verschiedene Kategorien zusammengefasst.

Unterkunft

  • Sehr reichhaltiges Frühstücksbuffet in den Hotels. Viele gefüllte Teigwaren. Natürlich in den meisten Fällen mit Fleisch gefüllt, oder mit einer nicht zu identifizierenden Masse, die am Ende vermutlich ohnehin Fleisch war. Unterschiedliche Obstsorten. Dem Obst konnte man ansehen, dass es entweder aus dem eigenen Garten oder eben vom Markt war.
  • Die Hotelmitarbeiter scheinen rund um die Uhr zu arbeiten. Egal zu welcher Uhrzeit man ins Hotel kommt, am nächsten Morgen, Mittag und Abend sich die gleichen Leute da.
  • Die Hotelzimmer waren alle ausnahmslos sauber. Ungeziefer hätten wir suchen müssen.
  • Man merkt, die fehlende Erfahrung mit internationalen Touristen in etwas entlegenen Gegenden, wie z. B. dem Fergana-Tal. Es war dort niemand unfreundlich, doch es wirkte so, als ob es egal war, dass wir da waren.

Essen

  • Zweimal am Tag Dreigängemenü bzw. vier Gänge: Salat, Suppe, Hauptgang, Nachtisch und Brot.
  • Essen steht in Lichtgeschwindigkeit auf dem Tisch.
  • Fleisch als Hauptnahrungsmittel (Schaschlik). Die vegetarische Alternative ist meist eine Art von Ratatouille. Trotzdem wurde uns wurde immer wieder probiert, Fleisch anzubieten.
  • Allgemein sehr ähnliche Küche im ganzen Land aber mit regionalen Unterschieden, z.B. Form des Brotes.
  • Brot reißt man mit den Händen. Das wird nicht geschnitten.
  • Melonen, Melonen, Melonen. Die gibt es in ganz Usbekistan in unterschiedlichen Formen.
  • Besteck und Gläser werden sorgfältig und akkurat poliert.
  • Man bekommt immer große Flaschen und kann den Rest mit nach Hause nehmen.
  • Man bestellt Massen, Doggy Bags sind normal.
  • Es gibt unzählige Bedienungen, wo jeder seine eigenen Aufgaben hat.

Transport

  • Sehr gute Autofahrer in teilweise chaotischem Verkehr.
  • Waschanlagen überall. Kärcher scheint eine gängige Marke in Usbekistan. Trotz der staubigen Pisten, sind die Autos alle auffallen sauber und kaum verbeult.
  • Straßenqualität stark schwankend. Es gibt riesige Schlaglöcher und manchmal wirkt die Fahrt, wie ein Ritt auf der Achterbahn.
  • Gegenfahrbahn wird als zusätzlicher Fahrstreifen genutzt. Fünf Autos passen locker nebeneinander auf zwei Spuren.
  • Die Fahrbahn wird gerne auch als Parkstreifen genutzt.
  • Chevrolet Lacettis, Nexias, Ladas und Kleinbusse gibt es, wie Sand am Meer.
  • Bloß nicht die Tür beim Auto selbst aufmachen. Das wird stets für einen getan.

Reiseleiter

  • Sehr bemüht und ‚deutsch‘.
  • Einige ‚Lernprozesse‘ aber auch immer sehr an Struktur gebunden. Das vorher festgelegte Programm wurde stets eingehalten. Auch wenn es manchmal wenig Schlaf für uns bedeutet hat. Wobei die Planung in der Regel von der Agentur vorgenommen wird.
  • Er ist ein sehr prinzipientreuer Mensch.
  • Fragen hat er geduldig beantwortet. Was er nicht beantworten konnte, hat er recherchiert und uns dann die Antwort nachgeliefert.
  • Wir fühlten uns stets gut aufgehoben.

Land und Leute

  • Extrem gastfreundlich und neugierig. Oft wurde unser Reiseleiter angequatscht, weil die Leute wissen wollten, wo wir herkommen.
  • Multikulturell und offen. Kein Wunder, denn die Seidenstraße hat dazu beigetragen, dass die Gegend schon immer multikulturellen Einflüssen ausgesetzt war. Diese Relikte der Seidenstraße sind heute noch spürbar.
  • In einigen Gegenden lebte die ganze Familie im Bett. Der Traum vom Frühstück im Bett geht hier in Erfüllung. Zusätzlich verbringt man einfach auch gleich den restlichen Tag im Bett. Die sind teilweise auch so groß gewesen, dass eine Familie darin Platz hatte.
  • Ein Basar ist ein riesiger Unverpacktladen.
  • Das ganze Land ist extrem sauber. Hier werden sogar die Feldwege gefegt.
  • Häuser von außen eher unbeeindruckt, von innen teilweise Paradiesgärten.
  • Wir haben verschiedene Gewerke etwas genauer kennengelernt und eine neue Wertschätzung fürs Handwerk entdeckt.
  • Usbeken sind sehr geduldig.
  • Usbeken können viel essen.
  • Goldzähne sind cool. Mit diesen lächelt einen jeder zweite Usbeke an.
  • Brillenträger haben wir nur selten angetroffen.

Tourismusentwicklung

  • Touristifizierung
  • Fachkräftemangel hier Fremdwort aber Englisch oft sehr rudimentär.
Ein letztes gemeinsames Foto aus dem Flieger von Istanbul nach Hamburg

Auf keinem guten Reiseblog darf eine wissenschaftliche Auseinandersetzung fehlen. Aus diesem Grund dürfen wir uns auf einen letzten Beitrag freuen. Danke, dass Ihr digital mit uns gereist seid.

Xayr

Unser letzter voller Tag in Samarkand und Usbekistan überhaupt. Es fühlt sich an, als ob wir 6 Monate unterwegs und doch erst gestern aufgebrochen sind. Ich tippe diese Zeilen übrigens wieder aus dem Zug. Dieses Mal aus einem hochmodernen Schnellzug, der uns in zwei Stunden von Samarkand nach Tashkent bringt. Morgen sagen wir auf Wiedersehen.

Es war ja nur gut gemeint

Heute stand die Besichtigung der Bibi-Khanum-Moschee auf dem Programm. Da auf den Fotos die Höhe nicht rüberkommt, schreibe ich sie auf. Stolze 50 Meter hat das Eingangsportal, die für eine Genickstarre sorgen. Amir Timur spielt in dieser Geschichte wieder eine Rolle. Weil Amir so viel op Jück war, um andere Länder zu erobern, hat er seine Lieblingsfrau Bibi-Khanum als Bauherrin für eine neue Moschee eingesetzt. Diese Anlage ist in 5 Jahren erbaut worden. Seine Frau hat sich allerdings nicht ganz an die Anweisungen von Amir gehalten, der gut und gerne ein paar Jahre auf so einem Feldzug unterwegs war. Sie wollte Ihn eben beeindrucken. Das Eingangsportal war so hoch, dass es die innenliegende Moschee überragte. Das fand er gar nicht gut und ließ daher kurzerhand die Höhe des Eingangsportals angleichen, sodass die Moschee in etwa gleich hoch war. Mit anderen Worten: Teile des Eingangsportals wurden zerstört.

Eingang zur Bibi-Khanum-Moschee

Upsi

Nebenbei hat sich die Lieblingsfrau rausgeholt gegenüber eine Moschee und Medrese für Frauen bauen zu lassen. Als Amir über die vielen Hügel nach Samarkand zurückkehrte erblickte er neben dem zu erwartenden Bauwerk ein Unbekanntes. Da ließ er gleich zu den Waffen rufen und ließ die Moschee seiner Lieblingsfrau größtenteils in Schutt und Asche legen.

Die Freifläche hat der gute Timur in Schutt und Asche gelegt

Im Anschluss schlendern wir zu einer modernen Moschee, wo der erste Präsident der Ukraine begraben liegt. Davon hab ich kein Foto gemacht. Überhaupt sind wir heute viel zu Fuß unterwegs. Vor dem Essen noch mal schnell ein paar Souvenirs kaufen. Das Mittagessen nehmen wir ein letztes Mal im Bett ein.

Ein frischer Salat, Manti und Brot zum Abgewöhnen

Weiter geht es hinter dem Registan Platz vorbei in Richtung Amir Timur Denkmal. Dabei stoppen wir erneut am Grabmal von Amir. Dieses Mal gibt es dort keine Baugerüste. Das Amir Denkmal können wir nicht so richtig gut fotografieren, weil die Sonne unpassend am Firmament steht. Bevor wir zum letzten Programmpunkt aufbrechen, werfen wir einen Blick in eine orthodoxe Kirche.

Amir Timur Grabmal
Amirs Grabmal – ohne Baugerüst
Amir Timurs Denkmal – von der Seite wegen Sonne und so

Unser Fahrer gabelt uns auf und wir glauben, wir fahren in eine Galerie. Zumindest betitelt unser Reiseleiter den nächsten Punkt so. Der Fahrer kurvt in engen Seitenstraßen mit Schlaglöchern in der Größe vom Mond umher, bis wir vor einem unscheinbaren Tor zum Halten kommen. Ein blonder Teenager öffnet wortkarg das Tor und wir treten in eine sonderbare Welt ein. Schon nach den ersten Metern merken wir, dass ist ein Künstlerhaushalt durch und durch. Wir werden der russischen Hausdame vorgestellt, die uns streng beäugt. Wir fühlen uns beide etwas verwirrt und fehl am Platz. Wir werden in einen großen Raum gebeten. Der ist komplett mit Teppich ausgelegt. An der Seite befinden sich Kleiderständer voll mit Jacken, an den Wänden hängen Bilder von Frauen mit orientalisch wirkenden Kleidern, es gibt usbekische Puppen, es hängen verschiedenartige Mobile’s herum, ein Hinweisschild weist uns darauf hin, dass dort Teile von „Drei Wege nach Samarkand“ gedreht wurden und wir sehen eine Menge Seidentücher mit verschiedenen Motiven. Wir schauen uns alles an und treten zurück nach draußen in den Innenhof. Unser Reiseleiter macht keine Anstalten zum Gehen, also setzen wir uns auf zwei Hocker und harren der Dinge, die da kommen. Nach einer Weile werden wir wieder in den Raum gebeten. Unsere Verwirrung hält an. Wir wissen nicht, was passiert. Wir nehmen am Ende des Raumes Platz. Die Tür nach draußen wird verschlossen und verdunkelt. Wir sollen uns etwas anschauen. Dann ertönen orientalische Klänge und es geht los. Unzählige Frauen, tauchen in unterschiedlichen Kostümen auf, und bewegen sich zur Musik. Das ist zu Beginn ein wenig unangenehm, weil wir zu wissen glauben, dass wir in einer Galerie sind.

Am Ende erfahren wir, dass es sich um eine Darbietung aus orientalischen Märchen handelt und die russische Dame alle Kostüme (es waren unzählige) selbst entworfen und geschneidert hat. Hut ab. In einer Mischung aus Tradition und Moderne. Besser kann ich das nicht beschreiben. Es war wirklich cool, nur waren wir erstmal verwirrt, weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Galerie ist entweder ein Übersetzungsfehler oder in Usbekistan ein dehnbarer Begriff. 😉 Jedenfalls ein sehr interessanter letzter offizieller Programmpunkt, in diesem vielfältigen Land.

Afrosiyob

Die letzten Kilometer legen wir im Zug mit dem klangvollen Namen Afrosiyob zurück. Bahnfahren läuft anders als in Deutschland. Bevor man den Bahnhof betritt, wird das Ticket und der Pass vorgezeigt. Gleichzeitig durchläuft man eine Sicherheitskontrolle und das Gepäck wird durchleuchtet. Es gibt in Samarkand ein riesiges Bahnhofsgebäude, an dem man die Sowjetzeit deutlich erkennen kann. Die Halle kann sich sehen lassen. Ich finde es verwunderlich, dass es nur ein Gleis gibt. Typisch Eisenbahner eben. Wir sind etwas zu früh und tanken vor dem Gebäude noch etwas Sonne. Kann gut sein, dass wir uns auf den letzten Metern einen Sonnenbrand eingefangen haben. 🤦🏼‍♀️ Kurz vor der Abfahrt dürfen wir auf den Bahnsteig. Da zaubere ich eine Fachfrage aus dem Hut. Ich frage, wie die Spurweite wohl in Usbekistan ist. Ein Bahnmitarbeiter wird konsultiert. Die Antwort lautet 1.520 mm. Mit der Auslastung gibt es in Usbekistan keine Probleme, denn alle Plätze sind stets besetzt. Muss wohl an wenigen Abfahrten liegen. Wir sitzen keine 10 Minuten im Zug und schon kommt der Bordservice vorbei. Wir wissen natürlich nicht, was die Zugfahrt kostet und fühlen uns trotzdem fürstlich versorgt. Es dauert nicht lange und dann kommt der nächste Mitarbeiter vorbei und bietet Eis und Cappuccino an. Wir reisen wohlgemerkt in der Economy-Klasse. Wir fragen nach, ob bekannt ist, an welchem Bahnhof von Tashkent wir ankommen. Die Ankunft der modernen Züge ist wohl stets gleich.

Das ist übrigens nicht der Zug, mit dem wir fahren

Am Bahnhof freuen wir uns sehr, als uns unser Lieblingsfahrer abholt. Wie schön – er freut sich auch uns zu sehen. Sogar unser Reiseleiter ist emotionaler als sonst. Er freut sich nämlich auch. Schon fangen die beiden an zu quatschten – ohne Unterlass. Die kichern sogar, stellen wir fest. Hihi. Voll süß. Wir sitzen im Auto – mit den wunderbar gehäkelten Bezügen, die verhindern, dass wir uns anschnallen können. Egal – es fühlt sich an, wie nach Hause kommen. Es geht weiter zum Abendessen, was nicht im Hotel stattfindet.

Es geht zwar Morgen nach Hause, aber es wird noch ein Gesamtfazit und die wissenschaftliche Betrachtung von Frau Doktor geben. Stay tuned.

Erkenntnisse Tag 13

  • Im Zug von Samarkand nach Tashkent tragen die Zugbegleiter ebenfalls Maske.
  • Die Spurweite in Usbekistan beträgt 1.052 mm.
  • Im Zug ist die Verpflegung inklusive. 😱😱
  • Wir verunsichern unseren Reiseleiter mit unserem Trinkgeld und der mitgebrachten Hamburg-Schneekugel.

Bäume, Bergdörfer, Basar, Baklava und Plow

Platanenpark

Wir starten so, dass wir Zeit haben uns das Frühstücksbuffet genauer anzuschauen. Auf dem Weg in den Frühstücksraum bemerken wir, dass es draußen recht frisch ist. Heute werden es nicht mehr als 25 Grad. Erfreulicherweise wird beim Frühstück Porridge angeboten. Inzwischen kann ich wieder normale Nahrung zu mir nehmen. Ich übertreibe es nicht, aber hier und da müssen Kleinigkeiten probiert werden. Wir fahren zum Chor-Chinor-Komplex nach Urgut, was eine Stunde dauert. Nach etwa 15 Minuten fallen mir die Augen zu. Das passiert beim Autofahren inzwischen automatisch. In diesem Komplex wurden vor über 1.000 Jahren Platanen angepflanzt, die eine beachtliche Größe erreicht haben. Außerdem gibt es dort eine Trinkwasserquelle, die aus dem Gebirge gespeist wird.

Sabrina und ich sind irgendwie nicht so sehr an dem Park und der Quelle interessiert. Vielmehr sind wir vom Bergpanorama fasziniert. Als unser Reiseleiter fragt, ob wir zwei Birkenstocktanten nicht ein bisschen den Hügel raufgehen wollen, ist die Antwort klar. Hinter dem Komplex befindet sich ein Friedhof und dahinter Häuser, die sich an den Hang schmiegen. Wo ein Teil des echten usbekischen Lebens stattfindet. Wir gehen immer weiter den Hügel hinauf und laufen durch eine Gasse. Unser Reiseleiter spricht mit jedem und fragt, ob es weiter hoch geht und ob man durch den Garten gehen darf. Erwartungsgemäß ist das natürlich kein Problem. Gerade für die Kinder sind wir DIE Attraktion schlechthin. Beide blond, mit Smartphones in der Hand und Sonnenbrille auf der Nase. Wir überlegen, ob wir vielleicht für einige Kinder die erste Begegnung mit Touristen sind. Leider haben wir nichts mitgebracht, was wir hätten verschenken können. Keine Bonbons oder andere Süßigkeiten.

Wieder im Chor-Chinor-Komplex angekommen, haben wir die Möglichkeit IN eine Platane zu gehen. Klingt verrückt, ist aber so. Fotografisch allerdings unmöglich zu dokumentieren. Dort sind Sitzbänke angebracht, sodass man sich in der Kühle des Baumes ausruhen kann.

Hereinspaziert in die Platane

Sonntag wird eingekauft

Ein bisschen außerhalb von Urgut besuchen wir einen riesigen Markt, wo man sich alles in der gewünschten Stückzahl kaufen kann, zu was die Fantasie ausreicht. Ich war wegen der vielen Menschen leicht überfordert und hier war es das erste Mal ein Quantum unangenehm und doch eine tolle Reizüberflutung. Gerne hätte ich mir an den diversen Ständen mit Essen den Magen verdorben. Die zurück liegende Erfahrung hat mich abgehalten. Sabrina hat wenigstens noch ein paar Fotos gemacht – ich gar keine, weil es teilweise so voll und eng war, dass man seine Gürteltasche besser in der Hand gehalten hat.

Auf dem Weg zurück nach Samarkand äußern wir den Wunsch, dass wir gerne noch ein wenig bummeln wollen und versuchen so subtil wie möglich durchklingen zu lassen, dass wir alleine klar kommen. Das klappte am Ende, sodass wir tatsächlich durch Souvenirläden streifen konnten. Natürlich haben wir in einem Café eine Runde die Füße hochgelegt. Für den kleinen Snack zwischendurch gab es Baklava und Möhrensalat. Es ist herrlich einfach nur Leute zu beobachten. Teilweise kennt man sich, denn unser Reiseplan deckt sich mit dem Reiseplan von anderen Gästen. Am Registan-Platz sitzen wir auf einer Bank und beobachten die vielen Hochzeitspaare, die mit Ihrer Entourage und Fotograf im Schlepptau Fotos schießen. Im Hotel angekommen, sortieren wir schon mal unsere Koffer vor und hängen ein bisschen rum, bis wir wieder zum Abendessen abgeholt werden.

Plow, Somsas, Brot und Applaus

Zum Abendessen werden wir in einer usbekischen Familie irgendwo in einer Seitenstraße in Samarkand erwartet. Neuerdings fragen wir fast jedes Mal, wenn wir wohin wollen, nach dem Weg. So langsam kann man zu der Erkenntnis gelangen, dass das normal ist. Wie üblich sieht das Haus sehr unscheinbar und nichts-sagend von außen aus. Ein Blick in den Innenhof und schon finden wir uns mitten im Familienleben wieder. Die Zutaten fürs Plow stehen bereit und wir bekommen die Zubereitung erklärt. Direkt dahinter befindet sich ein Lehmofen aus dem die Flammen lecken. Neben Plow gibt es usbekisches Brot und Somsas. Beim Schneiden der Möhren fürs Plow sollen wir helfen. Sabrina macht den Paparazzi und ich schneide die Möhren und ernte dafür Applaus. Das finde ich witzig. In Usbekistan werden die Teigwaren wie Brot und Somsas im Lehmofen an der Wand gebacken. Ich werde gefragt, ob ich da mitmachen will. In einen glutheißen Ofen greifen? Darum muss man mich nicht zwei Mal bitten. Ehe ich mich versehe trage ich einen usbekischen Mantel zum Schutz. Bevor ich aber Brot an die Wand werfe, werden wir beim Somsas-falten eingebunden. Wie üblich bin ich erstmal begriffsstutzig und brauche zwei Anläufe, bis ich verstehe, wie das geht. Dann habe ich den Dreh raus und mir wird ein zweites Mal applaudiert. Der Ofen ist backbereit und ich schmeiße ein Brot an die Wand. Zum Glück hält es. 😅 Gleiches gilt für eine Somsa (gefüllte Teigtasche). Zwischendurch wird der Plow weiter bearbeitet. Es kommt Reis dazu und dann wird weiter gekocht. Das dauert etwa 1 – 1,5 Stunden. Gegessen wird im Gastraum, der uns die Sprache verschlägt. Der Tisch ist bereits mit Essen übersäht. Dabei sind die Teigtaschen und das Plow noch nicht mitgezählt. Wir probieren beide tapfer alles durch, sind allerdings nach den Probierportionen satt. Wir essen einfach weiter, weiter und weiter. Wohlwissend, dass die Mengen keine gute Idee sind… Meine Nase ist leider so zu, dass ich von all den Köstlichkeiten kaum was schmecke. Außer dem Sauerquark. Der ist ziemlich intensiv. Wir sind wieder im Hotel angekommen und haben uns ins Bett gerollt.

Das Höllenfeuer
Hier wird heiß gekocht 🔥
Zack – hier trage ich bereits die usbekische Tracht
Eine neue Freundin von Sabrina und mir
Jetzt wird es ernst
Einfach mit Schmackes an die Wand
Puh – das Brot hält
Essen im Überfluss
😱 Wer soll das alles essen?

Erkenntnisse Tag 13

  • Maiskolben werden an der Straße getrocknet. Weintrauben, Pflaumen, Äpfel, Paprika und Tomaten trocknet man einfach auf dem Dach.
  • Kinder in Bergdörfern sind neugierig, wenn wir auftauchen und fotografierend durch deren Straßen und Gärten laufen.
  • Wir hätten ein paar Süßigkeiten für neugierige Kinder mitnehmen sollen.
  • Unserer Fahrer hat heute nur drei Mal während der Fahrt telefoniert.
  • Uns ein bisschen Zeit zum Bummeln rauszuschlagen ist schwieriger als gedacht.
  • Heute ist das Thermometer nicht über 26 Grad geklettert.
  • In 2022 waren bisher etwa nur 13.000 Deutsche hier, was erklärt, warum wir stets die Aufmerksamkeit auf uns ziehen.
  • Ich habe meine fünf Packungen Taschentücher aufgebraucht.
  • Autofahren macht trotz der Tatsache, dass man ausgeruht ist, immer müde. Egal wie turbulent der Verkehr ist.
  • Hier kauft man auf dem Markt groß ein. Und übrigens der ganze Basar ist ein „Unverpacktladen“. Man kann eine Schraube, ein Stück Seife, drei Paar Socken, alles für eine Hochzeit, Wischmöppe, Regale, Schachlik-Spieße, Ofenhandschuhe, Plow, Pflaumen, Nüsse, Zwiebeln, oder was Euch immer einfällt in der gewünschten Anzahl kaufen.

Mausoleum, Museen, Milchstraße, Maulbeeren, Markt und Macarons

Unser erster kompletter Tag in Samarkand. Wir sind gespannt, wie es uns heute gefällt. Was wir mit Sicherheit wissen. Es erwartet uns ein neuer Fahrer. Dieser besticht zunächst durch einen größeren und edler wirkenden Chevrolet. Das zweite was uns auffällt: als wir einsteigen telefoniert er. Als wir losfahren wird er angerufen. Als wir uns in den wilden Stadtverkehr von Samarkand einfädeln ruft er jemanden an. Als wir an einer Ampel stehen, ruft er jemand Neues an. Als er einmal jemanden anrufen will, fällt Ihm sein iPhone in den Fußraum und er fischt es beim losfahren raus. Während unser Reiseleiter uns erklärt was heute passiert, telefoniert er. Wenn er nicht telefoniert, hat er tatsächlich beide Hände am Lenkrad. Seine Fahrweise ist usbekisch: eine Hand an der Hupe, wenig Abstand halten und furchtlos in einen uneinfädelbaren Verkehr einfädeln. Er trägt eine schwarze Kappe und als er uns das zweite Mal aufgabelt trägt er die Kappe schief auf dem Kopf. Ein usbekisches Unikat.

Mausoleumsmeile

Erster Stopp für heute ist eine Mausoleumsmeile. Dort reiht sich ein Mausoleum an das andere. Es wirkt alles surreal, auch wenn einige Grabstätten nicht opulent verziert wurde. Der gute Amir Timur hat mal wieder nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ein Mausoleum für seinen liebsten General, für verschiedene Frauen und weitere Anverwandte. Ein paar der Gräber sind namenlos. Auf dem Mausoleumshügel gibt es zusätzliche mehrere Moscheen.

Nekropole Shohizinda – hier reiht sich ein Mausoleum ans andere

Museum mit Sowjetcharme

Während der Sowjetzeit wurde auf einem Hügel ein Museum gebaut. Ein langgezogener, rechteckiger, farb- und fensterloser Bau mitten in einer hügeligen, staubigen Landschaft. Wir besuchen das Museum und schauen uns die Exponate an. In den Hügeln lebten einstmals die Einwohner der Hauptstadr Sogdiens. Das war der Vorläufer von Samarkand. Den Komplex nennt man den Afrosiyob Hügel. Im Museum befinden sich Tontöpfe, Werkzeuge, Münzen und allerlei Gerätschaften, die früher benutzt wurden. Mehr als zwei Fotos, von entdeckten Wandmalereien, habe ich nicht gemacht. Im Anschluss hatten wir die Möglichkeit die Hügel selbst zu besichtigen. Leider konnte man nicht so richtig was erkennen, weil die Erosion den Ausgrabungsstätten den Rest gegeben hat. Man scheint der Meinung zu sein, dass man genug gebuddelt hat.

Der halbe Sextant

Next stop – der halbe Sextant von Mirzo Ulugh Beg. Er war ein Enkel von Amir Timur und hat sich früh für Astronomie und Mathematik interessiert. Fun Fact. Ulugh Beg hat herausgefunden, dass ein Jahr 365 Tage hat. Wie? Das ist abgefahren. Er hat sich einen riesigen Sextanten gebaut, von dem heute nur noch die Hälfte steht und hat den nächtlichen Lichteinfall dokumentiert und kam so auf 365 Tage. Ein Krater auf dem Mond ist ebenfalls nach Ihm benannt. Coole Type. 😎

Nach dem Mittagessen fahren wir zu einer Papierfabrik, die jungen Maulbeerbaumzweigen Papier herstellt. Das ist das Papier auf dem wir unsere Kunstwerke gemalt haben.

Bisher gibt es nur ein Gebot für „3 Granatäpfel aus Buxoro“

Wir kommen dort an und stellen fest – das ist eine Touristenhochburg. Das Schild Tourist Village und der große Reisebus törnt mich nicht gerade an. Ich wiederhole mich. In Usbekistan darf man sich nicht von Äußerlichkeiten ablenken lassen. Tourihochburg: ja. Uncool? Keinesfalls. Am Ende bin ich sogar ein bisschen verliebt in diesen Ort. Wir sehen wie aus den Zweigen des Maulbeerbaumes in verschiedenen Schritten Papier wird. Sabrina wird gleich eingebunden.

Tourism Village Konigil

Nicht nur lernen wir was über die Herstellung von Papier. Nein – wie man Öl macht und töpfert. Sabrina wird gleich wieder eingebunden eingeölt.

Ich halte mich bewusst kurz, weil es einen Gastbeitrag von Sabrina zu diesem Thema geben wird.

Eigentlich ist das Programm für heute beendet. Nicht mit uns. Kurzerhand besuchen wir einen weiteren Markt. Dieser ist nicht so eng, wie in Buchara. Mein persönliches Highlight. Es gibt einen Stand, der ausschließlich Plastiktüten verkauft.

Ein Reich für Plastiktüten

Zu Fuß laufen wir zurück zum Registan Platz. Wir lassen uns einsammeln und in der Nähe vom Hotel auswerfen, weil wir uns noch in ein Café setzen wollen. Sabrina trinkt den besten Kaffee, den Sie bisher in Usbekistan hatte und es gibt einen Macaron und ein Stück Kuchen.

Auch sowas gehört zu Usbekistan

Erkenntnisse Tag 11

  • Eigentlich ist heute Tag 12.
  • Übersetzungen jeglicher Art umfassen maximal 50% des eigentlichen Textes.
  • Wir riechen jeden Abend wie ein Schacklik Spieß vom Grill.
  • In Samarkand wurden mal eben 8 Hotels neu gebaut, um den jährliche Gipfel der Shanghai Staaten nächste Woche auszurichten – das erklärt warum an jeder 5. Straßenlaterne Polizisten stehen.
  • Die Erlebnisinszenierung ist auch in Usbekistan angekommen (mehr dazu im baldigen Gastbeitrag von Dr. Sabrina Seeler). 🤓🎓

8 – 9 – 10

Bob oder nicht Bob, dass ist hier die Frage

Upsi. Ähm ja – also. Wie soll ich sagen? Ein bisschen im Hintertreffen? Vielleicht hat Bob mir zu viel Energie geraubt? Fairerweise lässt sich vermutlich die Ursache nicht zu 100% auf Bob schieben. 😬 Wir sind zu übermütig geworden und haben grundsätzlich alles gegessen, was man uns angeboten hat. Wirklich alles. Weintrauben von der Straße, Wassermelone hier, Honigmelone da, sonstiges Obst, ein notdürftig gewaschener Apfel auf dem Markt und noch vieles mehr. Wenn wir auswärts essen, was zwei Mal am Tag vorkommt, dann grundsätzlich usbekisch. Immer wenn es heißt europäische Küche oder usbekische Küche, wählen wir die Einheimische. Sabrina hat sich schneller erholt als ich. Ich kämpfe seit den letzten zwei Tagen mit der Touristenkrankheit und hab zwar fleißig alles gegessen, aber im Grunde hätte ich mir das sparen können. Zusätzlich hab ich mir von den diversen Klimaanlagen eine Erkältung eingefangen. Heute ist der erste Tag, wo es besser ist. Jedenfalls kommt mit diesem Beitrag nun der Versuch die letzten Tage aufzuholen. Das geht natürlich nur in Kurzform. Daher kommt nun die Zusammenfassung von drei Tagen.

Im Schweinsgalopp

Tag 8

Baha-ud-din-Naqshbandi-Komplex
Baha-ud-din-Naqshbandi-Komplex
Villa des Kaufmanns Fayzullo Xo’jaev
Fayzullo Xo’jaev himself
Innenhof der Villa Fayzullo Xo’jaev
Samanidenmausoleum (892-907)
Die Samaniden nannte man auch Feueranbeter
Mausoleum Chasma – Ayun, was heute ein Wassermuseum ist.
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok

Tag 9 – Auf nach Shahirsabz

Zwei Grazien im Baumwollfeld

Amir Timur kleckerte nicht – er klotze

Shahirsabz – der Weiße Palast. 38 Meter hoch.
Wie üblich mein Highlight- eine Fahrt im Electro-Car

Tag 10

Der heutige Tag startet mit einer Fahrt über eine Passstraße. Ich kann die Fahrt zu Beginn nicht genießen, weil ich einen Hustenanfall nach dem anderen habe und Sabrina, weil sie auf der Rückbank nicht so gut Fotos schießen kann. Auf beiden Seiten ist hinten ein Sonnenschutz angebracht. So sehen Fotos von grandiosen Berglandschaften eben aus, als hätte man sie durch ein Fliegengitter fotografiert. Ich huste derartig, dass sich unser Reiseleiter entschuldigt und fragt, ob er in der Polyklinik anrufen soll. Ich verneine hüstelnd und wir fahren weiter. Nach einer Weile bessert sich der Husten zum Glück. Nicht schon wieder ins Krankenhaus. Wir halten an zwei Stellen an, um Fotos zu schießen. Oben erwartet uns ein kleiner Markt, wo ganz viele von diesen kleinen getrockneten Kügelchen aus Sauermilch zum Verkauf angeboten werden.

Thata-Karacha-Pass 1.788 Meter
Katyk – getrocknete Sauermilchkugeln. Die kleine Variante davon heißt Kurt.
Hier wurde der „berühmte“ Film Apachen gedreht

Weiter geht es nach Samarkand. Wir sind äußerst gespannt, ob Samarkand mit unserem Liebling Xiva mithält. Spoileralarm! Jaaaaaa. Wir besuchen das Grab von Amir Timur und seinen Verwandten, checken ins Hotel ein, Mittagessen uuuuuund dann der Registan-Platz. Mal unter uns gesprochen. Schon die Kuppel des Mausoleums von Amir sieht so unglaublich aus, dass man sich fragt, ob jemand die Decke mit Photoshop bearbeitet hat. Hier stoßen unsere Smartphones an Ihre Grenzen, obwohl wir mit einem Weitwinkel arbeiten können. Wir sind beide geplättet und sind uns einig, dass sich das unmöglich mit einem Foto einfangen lässt. #winkmitdemzaunpfahlnachusbekistan zu reisen

Schonkost auf Usbekisch

Hab ich schon erwähnt, dass der Registan-Platz krass abgefahren ist? Es ist hier nicht unüblich, dass sich Medresen gegenüber stehen. Hier hat man gleich eins drauf gesetzt. Aus zwei mach einfach drei. Dann sind die natürlich völlig anders gestaltet und man bräuchte eine Woche sich alles anzuschauen. Wieder stoßen unsere Smartphone-Kameras an Ihre Grenzen.

Bevor wir zu den aktuellen Fotos kommen… Ihr erinnert Euch? Usbekistan wurde sehr oft erobert und es gibt hier Erdbeben. Deswegen möchte ich Euch erstmal ein paar alte Aufnahmen zeigen.

Ein weiterer interessanter Fakt. Das ein oder andere Bauwerk steht ein wenig schief. Das liegt daran, dass auf Sand gebaut wurde und sich die Gebäude teilweise wie der schiefe Turm von Pisa neigen.

Ulug’Bek Medrese
Sherdor Medrese
Tillakori Medrese

Heute war der Tag von Superlativen geprägt. In den Innenhöfen der einzelnen Medresen kann man ebenfalls viele spannende Dinge entdecken. Wir haben uns erklären lassen, wie man verschiedene Fliesenarten fertigt. In diesem Laden haben wir ausgiebig geshoppt. Ausgiebig gehandelt haben wir allerdings nicht. Stolze zwei Euro konnten wir rausholen. 🤷🏼‍♀️ Nach dem offiziellen Teil mit unserem Reiseleiter hatten wir eine Stunde lang die Gelegenheit alles auf uns wirken zu lassen.

Wieder im Hotel angekommen, beschäftigten wir den Facility Manager des Hotels etwa 45 Minuten mit unserem Türschloss.

Nach dem Abendessen, was für mich, wie schon zu Mittag, aus trockenem Reis bestand, ging es erneut zum Registan-Platz.

Übrigens – wir frieren bei 27 Grad…

Erkenntnisse Tag 8 – 9 – 10

  • Usbeken sind sehr geduldige Menschen, Ausnahme beim Auto fahren.
  • Gemütliche Zimmerbeleuchtung ist ein Fremdwort.
  • Vegetarische (Fleisch)Suppe heißt Gemüse schwimmt in Rinderfettaugen.
  • Gastfreundschaft geht weit über das Zuschütten mit Essen hinaus – auch damit einhergehende Wehwehchen werden mit allen Mitteln bekämpft.
  • In Woche 2 hat unser Reiseleiter (widerwillig) verstanden, dass wir (a) nicht so viel und (b) kein Fleisch essen wollen.
  • Der Koffer ist endlich leichter, ein Drittel der Feuchttücher und Desinfektionstücher sind leer, Platz für Shopping.
  • Wir sind heftig im Handeln, ganze 2 Euro haben wir ausgehandelt.
  • In Samarkand sind Kuppeln rippenförmig und verziert.
  • Wenn man seine Grabstätte im heftigsten Palast des Landes haben möchte, muss man sich nur mit Fleisch einschleimen #fleischforpresident. So geschehen bei einem Metzger aus der Bauzeit der Sherdor Medrese.